Nachdem das Modell schon länger auf dem Markt ist, drücken Nachfolger und Konkurrenz nun den Preis auf unter 300 E - damit ist Kamera auf jeden Fall nun eine "neue" Empfehlung wert.
Sie füllt so eine Lücke zwischen einfachen Digicams (mit kleinem Sensor und nicht-lichtstarkem Objektiv) und Systemkameras, d.h. eignet sich IMO auch für Leute, die schon beides haben, als "goldene Mitte".
Insbesondere bei mäßigem Licht liefert die XZ1 Ergebnisse sehr nahe an einer DSLR (bei zB ISO 400 und Blende 2,2, wo die DSLR ISO 1600 und 4,8 nutzt), passt aber noch gut in eine Jackentasche und kommt nicht so "fett" daher wie eine DSLR.
Das lichtstarke Objektiv liefert bei Offenblende einen leichten und IMO ästethisch ansprechenden Tiefen-Un-Schärfe Effekt, ebenso stark wie eine DSLR mit großem APS-C Sensor und dem üblichen (lichtschwachen) Zoom (d.h. meist 5,6 bei Tele).
Überhaupt kann man wegen der Lichtstärke häufig mit ISO 100 oder 200 auskommen und bekommt dann bei "nur" 10 Mpx eine Detailauflösung (Schärfe + Kontrast), die auch guten Kompakt-Digicams (etwa Canon HS oder Panasonic) (mit 12 oder 16 Mpx) stets überlegen ist.
Das demonstriert noch einmal deutlich, wie wenig Aussagekraft die Pixelzahl hat.
Das Display ist sehr kontrastreich und zeigt Ton- und Farbwerte sehr sauber und nahe an dem, was später auch ein großer Bildschirm und im Druck erkennbar ist.
Eine Unzulänglichkeiten nervte mich allerdings in der Software/Bedienung etwas:
- Auto-ISO maximal-Wert ist nicht nur nicht einstellbar, sondern der von der Kamera genutzt ISO-Wert wird auch erst _nach_ der Aufnahme sichtbar - völlig gaga
- Der Wert ist zudem nur im Wiedergabe-Modus mit verkleinertem Bild sichtbar - also nicht gleichzeitig mit der Schärfe zu beurteilen
- Dann wird bei wenig Licht häufig ein sehr niedriger Wert gewählt, etwa ISO 200 mit 1/6 s - durch drehen am Ring muss man dann den ISO-Wert selbst auf einen sinnvollen Wert hochdrehen.
- Da bleibt er auch nach dem Ausschalten stehen, so habe ich viele Aufnahmen bei gutem Licht irrtümlich mit hohem ISO-Wert und entsprechend deutlich schlechterer Bildqualität produziert.
Die Sache mit dem Deckel und der suboptimale Videomodus wurden hier schon erwähnt, waren für mich aber nicht störend bzw. relevant.
Es bleibt aber die klare Empfehlung jetzt zuzugreifen, wer gern die 150 E Differenz zu den neuen Modellen der Kategorie spart. Der elektronische Aufsteck-Sucher VF-3 ist nun für 100 E zu haben, auch das ist eine klare Empfehlung (der passt dann auch an die XZ2 und die Olympus E-PM-Serie).