Als erstes kaufte ich mir für den Wechsel zum neuen AMD-Chipsatz ein ASRock 890FX Deluxe3, da ich bisher keine schlechten Erfahrungen mit ASRock und dem 700er Chipsatz machen durfte (hatte welche für Bekannten verbaut, die alle bisher problemlos und gut laufen).
Wie man aus meiner Bewertung zu dem ASRock 890FX Deluxe3 entnehmen kann, war ich leider diesmal nicht zufrieden mit dem Board und griff so wieder zu Gigabyte (dem MSI traute ich nicht, da es bei Tests ab rauchte und die anderen Boards entsprachen nicht meinen Anforderungen hinsichtlich Ausstattung oder waren mir letztlich zu teuer) und damit zum Nachfolger meines zuvor verwendetem GA-790FXTA-UD5, dem GA-890FXA-UD5. Ich hätte zwar gerne noch die Debug-LEDs gehabt, aber da war mir der Preis für das entsprechend ausgestattete UD7 deutlichst zu hoch.
Nun aber zum GA-890FXA-UD5.
Da ich das genannte ASRock kurzfristig vorher betrieb, ziehe ich teilweise Vergleich zu diesem, sowie zum Vorgänger GA-790FXTA-UD5.
Zwecks der Übersichtlichkeit, halte ich mich auch hier wieder an Schichtpunkte mit einer Art Pro-Kontra Aufteilung.
Allgemeine Vorteile vom neuen Chipsatz:
- native Sata3-Unterstützung (integriert in die SB850)
- deutlich verringerter Stromverbrauch
Pro:
- Mit Quick-Flash mehr als einfach das BIOS auf den neusten Stand zu bringen
- Unterstützt von Anfang an den Phenom II X6
- Gute Ausstattung (z.B. 6x Sata3 und 2x Sata2 - war mir wichtig, deswegen erwähne ich es an dieser Stelle) und gutes Layout, bis auf CF/SLI, da gibt es bessere Lösungen (mehr dazu unter der Kritik)
- Plug nŽplay/hot-plugin für den eSata-Anschluss (natürlich nur im AHCI/Raid-Modus)
- Die Lüftersteuerung arbeitet m.M.n. mehr als super und harmoniert sehr mit CnQ zusammen
- BIOS bootet wesentlich schneller als der Vorgänger oder gar das ASRock (im Moment, mit deaktivierten IDE, Sata2, Floppy liegt die Bootzeit bei unter 10s)
- Die Temperaturen sind deutlich niedriger (ebenso, wie auch beim ASROCK zusätzlich über externe Sensoren gemessen); ca. zw. 4 - 8 °C weniger
- Unterstützt HW-Monitoring: Die Lüfterdrehzahlen etc. werden soweit richtig ausgelesen bzw. angezeigt, zumindest wird nirgends totaler Unsinn angezeigt, so wie es beim ASRock (z.B. CPU-Drehzahl)
- Viele Einstellmöglichkeiten im BIOS (deutlich mehr, als das o.g. ASRock) - ob das auch für das OC zutrifft, weiß ich jedoch nicht, die Sparte interessiert mich weniger. Beispiele: Ich kann alle Anschlüsse/Controller separat deaktivieren (COM, Floppy, IDE, 2xSata2, 4xSata3 (diese können wiederum als Sata2 oder 3 betrieben werden), beim CPU-Kühler kann man u.a. einstellen, ob er über die Spannung oder übers PMW-Signal gesteuert werden soll, welche Graka (sofern CF/SLI) die Hauptkarte ist uvm.
- Das Handbuch ist gänzlich auf Englisch, erklärt aber dafür alles zum Board, einschließlich BIOS, verschiedene Einstellungen (inkl. Grundeinstellung) usw.
- Es fallen bei der Verwendung von eSata KEINE internen Anschlüsse weg, so wie es beim o.g. ASRock der Fall ist
- Erfreulicher Weise wurde scheinbar der Clr-CMOS-Button im Vergleich zum Vorgänger (GA-790FXTA-UD5) etwas versetzt, sodaß er nun nicht mehr an der GraKa ansteht (um genau zu sein, war es die Schutzkappe), wie bei meinem alten Board.
- Dank Revision 2 liefert das Board nun ebenfalls u.a autm. ACC im BIOS
- Dual-Bios, d.h. es sind zwei Chips mit jeweils dem BIOS verbaut (hab es zwar nie gebraucht, klingt aber von allen Varianten m.M.n. mit am bodenständigsten), sollte mal was schief gehen
- im Grunde Jumper-frei, d.h. man kommt im Grunde nie in die Verlegenheit, sich damit Spielen zu müssen; entweder werden Einstellungen über das BIOS vorgenommen, oder aber es sind Taster verbaut (Reset, Clr.Cmos, Power)
- Audio-Anschluss in beiden Modi betreibbar (ACŽ97 oder HD-Audio)
- zusätzlich zu der guten Ausstattung am I/O-Shield gibt es noch zwei Anschlüsse in Form einer USB/eSata-Kombination, womit man, sofern der Bedarf noch besteht, dies anschließen kann, was man selber braucht
Kritik:
- Die Abstände zum 1. und 2. PCIe-x16-Slot mit je 16Lanes liegen leider wieder wie gewohnt, dicht beieinander (also ein Slot dazwischen), lediglich der 4.PCIe-x8-Slot (für CF/SLI sind lt. Handbuch die Slots 1, 2 und 4 zu verwenden), hat zwei Slots Platz zum Zweiten. Der Leistungsverlust, wenn man eine zweite Karte an 8Lanes betreibt ist zwar marginal, aber dennoch wäre es schöner gewesen, hätte man zwei Slots zw. den zwei PCIe mit 16Lanes gelassen.
- Der Preis ist nicht gerade als günstig zu bezeichnen.
- Auch hier liegt keine entsprechende CF-Brücke bei (lange Brücken waren z.B. bei meinem ganz alten AM2+ Board von MSI dabei).
* Laut diversen Tests, soll das Gigabyte jedoch von allen MoBos mit dem neuen 890FX-Chipsatz mit am meisten Strom brauchen, wobei der Stromverbrauch des neuen Chipsatzes deutlich nach unten gegangen ist und so in die Bereiche von Intel kommt. Ob der erhöhte Stromverbrauch zutrifft, kann ich soweit nicht überprüfen, daher füge ich diese Infos als eine "fremde" Info unter der Kritik mit an.
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Natürlich hat jeder andere Anforderungen an ein Mainboard.
Ich denke und hoffe, meine Meinung liegt ausführlich genug vor, sodaß jeder für sich entscheiden kann, ob man damit was anfangen kann oder nicht, ob das Board den eignen Ansprüchen genügt oder man lieber zu einem anderen greif.
Sollte es den eigenen Ansprüchen genügen, kann ich dieses Board uneingeschränkt empfehlen.
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Nun blieb die Frage nach der Sterne-Wertung- hierzu an den zwei fraglichen Stellen noch eine Stellungnahme.
Zuerst zum ersten Punkt, der Ausstattung und Leistungsdaten. Da ich mit den Kritikpunkten gut leben kann und ansonsten sehr zufrieden mit dem Board bin, jedoch leider keine halben Sterne vergeben kann (würde sonst 4,5 geben), entschied ich mich letztlich für vier, auch um für ein perfektes Board noch eine Steigerung in der Hinterhand zu haben - die schriftlich dar gelegte Meinung ist meiner Meinung nach eh brauchbarer und wichtiger als eine Wertung mit Sternen.
Im P/L-Verhältnis orientierte ich mich an den für mich wichtigen Anforderungen in Bezug auf den Preisvergleich mit den anderen 890FX-Boards und ließ den allgemein etwas hohen Preis mit dem Abzug eines Sterns einfließen.