Was für diesen Preis an technischen Möglichkeiten geboten wird, läst das Herz eines jeden Technik-Freaks höher schlagen.
Es gibt allerdings auch ein paar Klippen, wegen denen ich jedem normalen Anwender empfehlen würde, sich zumindest bei der Inbetriebnahme einen Fachmann zur Seite zu holen:
- Nach dem Auspacken muss in das Gerät erst einmal eine Festplatte eingebaut werden und dann muss das gesamte Betriebssystem in einer mehr oder weniger komplexen Prozedur aufgespielt werden.
- Die beiliegende CD war bei mir auf manchen Systemen nicht lesbar. Das hat sich allerdings nachträglich als vollkommen unwichtig rausgestellt, weil man von der Website des Herstellers alle Dateien in einer deutlich aktuelleren Version herunterladen kann. Besonders beim Systemimage empfiehlt sich der aktuellste Stand.
- Die ganzen Hilfe-Dateien und das User-Manual dokumentiert auch nur die Funktionen, die man auf der Konfigurationsoberfläche sieht, ohne wesentlich mehr Hintergrundinformationen zu liefern.
Nun zu den überwiegenden positiven Seiten:
- Das Ding arbeitet einwandfrei als Netzwerkspeicher und bedient Linux auch mit NFS (Hauptanwendung hier)
- Die Basisinstallation kann man von Windows, MAC und Linux-Systemen aus durchführen (letzteres ist schlecht dokumentiert, funktioniert aber sehr gut und man braucht nicht mal Root-Rechte -> also kann man die Installation auf den jeweiligen Benutzer begrenzen)
- Nach der Installation kann man alles per HTTP(s) administrieren.
- Für den Admin-Account kann man auch SSH - Zugang konfigurieren, Das ist allerdings nicht gleichbedeutend mit Root-Rechten auf dem (eindeutig unter Linux laufenden) System.
- IPv6-Support ist in der aktuellen Systemversion ebenfalls vorhanden. Noch habe ich nicht alles ausgetestet, aber vieles funktioniert schon sehr gut - besser als ich erwartet hätte. Sowohl der ssh-Zugriff, als auch der Webzugriff auf das Administratorinterface machen keinerlei Probleme
Last, but not least ... ist es doch möglich, die vollständige Kontrolle (mit Root-Rechten) über das System zu übernehmen. Wieweit dann noch Support vorhanden ist, bleibt dahingestellt:
Dazu genügt es, den Perl-interpreter auf einen NFS-Mount zu kopieren,ihm dort via NFS SUID-Rechte für Root zu geben und dann damit ein Perlskript aufzurufen, das einen authorized_key für den SSH-Zugang installiert.