Zunächst stand ich wie wahrscheinlich sehr viele hier vor der Frage, ob ich das 1.4er oder doch lieber den kleinen Bruder kaufen soll.
Nachdem ich das 1.4er eines Freundes probieren konnte und empfand, dass es bei 1.4 doch recht weich ist und ich es eigentlich nur auf F1.8 abgeblendet verwendet habe, dachte ich mir, warum nicht gleich das billigere 1.8er, dass laut Internet schon bei Offenblende scharfe Fotos machen soll...
Hinzu kam, dass ich bei Canonrumors gelesen hatte, dass bald eine Neuauflage des 1.4ers kommen soll und ich es nicht einsehe knapp 400 für ein Objektiv zu bezahlen, dass in einem halben Jahr abgelöst wird.
Gesagt getan, das 1.8er war bestellt.
Ich habe das gute Stück zunächst an der 1000D und dann an der 7D getestet.
Hier ein kleiner Überblick:
Verarbeitungsqualität:
Hier bin ich wirklich etwas erschrocken, da die Linse sehr, sehr billig verarbeitet ist und das Feeling eines großen Legosteins (fühlt sich noch billiger an als das Kitobjektiv) hat.
Im Gegensatz zu vielen anderen Rezessionen lasse ich an dieser Stelle jedoch nicht den geringen Anschaffungspreis außer acht, von daher drücke ich an dieser Stelle ein Auge zu.
Autofokus:
Zunächst, der Fokus ist sehr schnell. An der 1000D hat er etwas zum nachrucken geneigt (wenn man ein Objekt anfokussiert hat und den Auslöser noch einmal halb durchgedrückt hat knackte der Af erneut) und traf in ca. 80% der Fälle, was meiner Meinung nach absolut fair ist.
An meiner 7D ist der AF jedoch absolut potent. Man kann ohne vorzufokusssiern den Ausläser direkt voll durchdonnern und der Fokus sitzt mit nachezu 100%iger Wahrscheinlichkeit genau im Schwarzen. Wow!
Bildqualität:
Anscheinend habe ich ein wahnsinnig gutes Exemplar der Linse erhalten, da die Schärfe einfach nur beeindruckend ist. Selbst bei 1.8 kommen viel schärfere Fotos zum Vorschein als ich mir dies erträumt habe. Selbst an der 7D ist die Linse dank Vollformattauglichkeit noch niht erschöpft. Meine Bedenken, dass die Optik die 18MP nicht mehr mit ausreichend Bildinformationen versorgen kann war also nichtig. Für gewöhnlich schärfe ich jedes Bild in DPP um 3 (Standardwert der Kamera) oder sogar um 5 (Regler genau in der Mitte) nach. Das 1.8er hat eine so hohe Grundschärfe, dass alle Bilder, die über Stufe 3 nachgeschärft sind, überschärft wirken.
Bokeh:
Nun zum oft kritisiertem Punkt, dem Bokeh. Für alle Neulinge der Fotografie, das Bokeh ist der Bereich der nicht im Fokus liegt, also jener, der Umgangssprachlich als unscharfer Teil des Bildes bezeichnet wird. Ich habe viele Bilder geschossen, die ein sehr schön ruhiges und weiches Bokeh aufwiesen, jedoch auch das ein oder andere mit einem unruhigen dabei gehabt. Es ist wohl etwas Glückssache wie die Qualität des unscharfen Bereiches ausfällt, ich bin bisher jedoch höchst zufrieden und habe aufgrund vieler negativer Meinungen in diesem Bereich schlimmeres erwartet.
Zu den Pentagonförmigen Zerstreukreise die beim Abblenden im Bokeh auftreten solle kann ich nur sagen, dass diese bei 1.8 kein Thema sind und bei vielen Reviews hier Haarspalterei getribene wird. Wenn ich mir eine derart lichtstarke Optik kaufe Blende ich bei Low Light Situationen nicht mit Gewalt auf F5.6 oder F8 ab. Für diese Situationen wählt man dann eben ein anderes Objektiv (das Tamron 28-75 F2.8 kann ich hier wärmstens empfehlenm klasse Linse!).
Zusammenfassend kann ich nur sagen, dass der Kauf eine super Entscheidung war und meine anderen Objektive etwas eifersüchtig werden dürften (falls sie dies könnten ;) ), da ich die Linse aufgrund der Hohen Schärfe und der geringen Tiefenschärfe sehr gerne und oft verwende.